Ein Leben für die Musik. Nach 68 Jahren verlässt Carl Löbbers den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr.

 

 Quelle: Münsterländische Volkszeitung

Dankeschön für ein langes Musikerleben sagten Wehrführer Ralf Stoltmann, Ansgar Leifker und Jürgen Fischer (hinten, v. l.). Hedwig und Carl Löbbers freuten sich. Einmal kommt der Tag, wo man Abschied nehmen muss“ – dieses Lied hat Carl Löbbers in seinem langen Musikerleben oft und gern gespielt. Nun ist dieser Tag für ihn gekommen – und er hat den Tag selbst bestimmt. Nach 68 Jahren verlässt Carl Löbbers den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr.

So lange hat „Calli“ die Menschen mit seiner Musik erfreut, viele können sich den Musikzug ohne ihn nicht vorstellen. Ganz so einfach wollte der Musikzug ihn daher nicht gehen lassen, und so besuchten am Donnerstagabend Jürgen Fischer und Ansgar Leifker vom Musikzug sowie der Chef der Feuerwehr, Ralf Stoltmann, die Familie Löbbers.

„Wir sagen einfach danke, dass es dich gibt“, sagte Jürgen Fischer und überreichte zunächst Ehefrau Hedwig einen prächtigen Blumenstrauß, denn ohne die verständnisvolle Ehefrau „hätte Carl nicht alles so machen können, wie er es gemacht hat“, stellte Fischer fest. Besonders freute sich Carl Löbbers über sein Geschenk, ein Buch mit unzähligen Bildern aus dem Leben des Musikzuges, das Klaus Sandmann zusammengestellt hat.

 

Gern erzählte Carl Löbbers aus seinem langen Musikerleben. Carl Löbbers war 1933 das Weihnachtsgeschenk seiner Eltern, denn er wurde am 2. Weihnachtstag geboren – in einem Haus, in dem die Musik immer die „erste Geige“ spielte. Vater Karl Löbbers war Leiter des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr , und alle Löbbers-Jungs spielten ein Instrument. Zwei Brüder riss der Krieg aus der Familie, ein Bruder starb beim Flugzeugunglück am 20. Mai 1944.

 

 

 

 

Erster öffentlicher Auftritt war am Osterfeuer
Schon in der Volksschule lernte der kleine Carl das Geigenspiel von seinem Lehrer Lempert. 1948 wurde er aus der Volksschule entlassen. „Mein erster öffentlicher Auftritt war am Osterfeuer auf dem Mühlenfeld“, erzählt Carl Lobbers lachend. Später wurde er Mitglied des Musikzugs, zur Geige kamen noch Tenorhorn, Posaune und Saxofon dazu.1962 heiratete er seine Frau Hedwig, die ihn fortan in der Liebe zur Musik unterstützte.

 

Carl Löbbers spielte über 25 Jahre in der legendären Tanzkapelle „FTK Neuenkirchen“ (Feuerwehr-Tanz-Kapelle, auch: Feine Tofte Kerle), eine Topadresse bei Feiern und Schützenfesten im weiten Umkreis.

 

 

 

 

 

25 Jahre war Löbbers Vorsitzender des Musikzuges und viele Jahre Stellvertreter des Musikzugführers. Vielen Kindern und Jugendlichen war er ein geduldiger Lehrmeister und sorgte für den musikalischen Nachwuchs im Musikzug. Später übernahm Sohn Jürgen die Ausbildung des Musikzugnachwuchses. Als die Oldieband ins Leben gerufen wurde, war Carl Löbbers selbstverständlich dabei.

Opa Calli bildete Enkeltochter aus
„Einmal kommt der Tag, wo man Abschied nehmen muss“ – aber so ganz weg ist Calli Löbbers auch jetzt noch nicht. Das verriet Sohn Jürgen. Seine 13-jährige Tochter Hendrike möchte Saxofon spielen. Wer ist der Ausbilder? Natürlich Opa Calli!

 

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