Viel Musik und ein Abschied

Das eine ist die Akustik in der Josefskirche die, ungewöhnlich gut geeignet ist fĂŒr Konzerte. Das andere sind 52 Musikerinnen und Musiker des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen, die am Sonntag nach drei Jahren wieder ein Weihnachtskonzert in St. Arnold gaben. Die Auswahl der elf weihnachtlich orientierten Kompositionen, die hohe QualitĂ€t der Musiker, die voll besetzte Josefskirche, die in rot gehaltene Lichtinstallation – all das trug zu einem einzigartigen Konzerterlebnis bei.

Kaum hatte Leiter und Dirigent Frank Werge den Taktstock erhoben, fĂŒllte sich der sakrale Raum klanggewaltig mit „O Sanctissima“, eine römisch-katholische Hymne zu Ehren der Mutter Gottes. Heinz Schlattmann moderierte und gab zu jedem Werk noch einige Informationen. So auch zum weitbekannten „Call of Christmas“. Fröhliche Fanfaren wechseln sich hier mit besinnlichen Passagen ab.

Fiktiver Dialog zwischen Enkel und Großmutter
Moderator Heinz Schlattmann fragte: „Warum feiern wir Weihnachten?“ Dies war der Titel seiner humorvoll vorgetragenen Geschichte. Sie handelt von einem Dialog zwischen einem playstation-fixierten Enkel und seiner traditionsbewussten Großmutter, die ihm diese Frage beantworten möchte. Das Fazit des jungen Teenagers: „Muss ja ein cooler Typ gewesen sein, wenn wir nach 2000 Jahren immer noch seinen Geburtstag feiern“, löste allgemeines Schmunzeln im Publikum aus.

Eine Premiere fĂŒr das traditionelle Weihnachtskonzert des Musikzugs wurde von Schlattmann als Überraschung angekĂŒndigt. Die in Schottland geborene Klarinettistin Alison Werge-Turriff mit Konzerterfahrung in ganz Europa zeigte in „Grown up Christmas List“ und „The Prayer“ ihre stimmliche ProfessionalitĂ€t.

Perfekt beherrschte Frank Reinke sein FlĂŒgelhorn, als er bei der Blasmusikballade „My Dream“ das Solo ĂŒbernahm. Stefan Eichholt begleitete das finale „Be Still, My Soul“ an der Orgel. Und nach dem tosenden Applaus und der Forderung nach einer Zugabe konnten die begeisterten Zuhörer mithilfe des eingeblendeten Texts bei „Oh du fröhliche“ mitsingen. Das schwungvoll dargebotene „Santa Claus is coming to Town“ animierte als weitere Zugabe zu rhythmischen Klatschen.


„Die Akustik hier ist einfach einmalig“
„Wir sind begeistert, sehr professionell und es hat richtig Spaß gemacht, ein sehr unterhaltsames Konzert“, waren sich die GĂ€ste Edith und Max Krisch einig. Christian Mersch, 1. Vorsitzender des Musikzugs, war auch sichtlich zufrieden. „Das war schon eine intensive Vorbereitung. Alle StĂŒcke haben wir nur fĂŒr dieses Konzert einstudiert. Und natĂŒrlich sind wir froh, dass wir nach 2019 unser traditionelles Weihnachtskonzert wieder auffĂŒhren konnten. Die Akustik hier ist einfach einmalig, kein Vergleich zur Missionshauskirche, wo wir frĂŒher waren.“ Mersch dankte den Beteiligten, vor allem Frank Werge und Alison Werge-Turriff mit einem Blumenstrauß. Emotional wurde es, als er Heinz Schlattman seinen Dank aussprach. FĂŒr den Moderator war es nach 30 Jahren das letzte Mal. „Irgendwann muss man einfach den JĂŒngeren Platz machen. Es war mir wie immer eine Freude. Ich wĂŒnsche Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest.

Zufrieden verließen die GĂ€ste die Josefskirche, um anschließend im Pfarrheim etwas zu trinken. Die Abschlussklasse der ENS bot dort GetrĂ€nke an, um die Klassenkasse fĂŒr die Abschlussfahrt zu fĂŒllen.

Quelle und Text: MĂŒnsterlĂ€ndischen Volkszeitung, Harald Lohmann